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GEW unterstützt Forderungen der Lehramtsstudierenden


Der Landesvorstand der GEW Sachsen faßte am 19.6.2010 folgenden Beschluß zur Lehrerbildung in Sachsen:

  1. Die GEW Sachsen fordert eine einheitlich lange und gleichermaßen hochwertige Ausbildung aller Lehrerinnen und Lehrer unabhängig von der Schulform und der Schulstufe. Sie lehnt daher eine Verkürzung der Studienzeit bei der Ausbildung von Grundschullehrer/innen auf vier Jahre, wie sie Sachsens Kultusminister Roland Wöller (CDU) vorgeschlagen hat, ebenso ab wie eine Verkürzung des Referendariats im Vergleich zu den anderen Schularten.
  2. Die GEW Sachsen fordert die Fortführung der Grund- und Mittelschullehrerausbildung an der TU Dresden und unterstützt das Vorhaben, die Wiedereinführung von Lehramtsstudiengängen auch an der TU Chemnitz zu prüfen.

Bereits am 21.4.2010 hatte der Landesvorstand der GEW Sachsen die Unterstützung des gemeinsamen Aufrufs von Lehramtsstudierenden, LehrerInnen und Eltern zu einer Kundgebung unter dem Motto „Kinder brauchen Schule - Schule braucht Lehrkräfte“ am 28.4.2010 um 13:30 Uhr vor dem Sächsischen Landtag in Dresden beschlossen, mit der auf die Situation des Lehramtsstudiums in Sachsen aufmerksam gemacht werden soll (siehe Aufruf rechts).

Mit großer Sorge verfolgt auch die GEW die Entwicklung der Lehrerausbildung in Sachsen. Sie weist seit vielen Jahren darauf hin, dass der Generationenwechsel in den Schulen bevorsteht und einer klugen politischen Steuerung bedarf. Eine wesentliche Facette in diesem Prozess ist die Motivation junger Leute, den Lehrerberuf zu ergreifen und ihnen bereits frühzeitig in der Ausbildung Perspektiven für den zukünftigen Beruf zu eröffnen. Hier hat sich auch der Freistaat Sachsen in letzter Zeit bemüht, Beiträge zu diesem Prozess zu leisten. Dies erkennt die GEW ausdrücklich an.

Gerade deshalb ist der Unmut der jetzt Studierenden in den Lehramtsstudiengängen an den Universitäten Leipzig und Dresden hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung ihres Studiums und insbesondere hinsichtlich der Absicherung der Erreichung des für den Lehrerberuf unabdingbar notwendigen Masterabschlusses sehr gut nachvollziehbar. Diese Prozesse stehen in offenem Widerspruch zum klaren Bekenntnis des Freistaates Sachsen, die Lehrerausbildung für Lehrkräfte aller Schularten zukünftig auf einem gleichermaßen hohen Niveau und mit stärkerem Praxisbezug zu gestalten. Die GEW unterstützt ausdrücklich den Ansatz, dass der Zugang zum Lehrerberuf – unabhängig von konkreten Schularten-, -formen und -stufen – einen Masterabschluss erfordert. Die Umsetzung dieses hohen Anspruchs scheint nun bereits in der Anfangsphase an strukturellen Hürden und insgesamt unzureichenden Kapazitäten für die Lehrerausbildung zu scheitern.

Wir sind der Auffassung, dass die bisher getroffenen Strukturentscheidungen im Bereich der Lehrerausbildung dringend auf den Prüfstand gehören. Dabei muss es sowohl um die Lösung der ganz akuten Probleme als auch um langfristig tragfähige Strukturen gehen. Die ohnehin anstehenden Entscheidungen zur Fortschreibung der Hochschulentwicklungsplanung und zu den Hochschulvereinbarungen bieten dafür sicher eine günstige Gelegenheit.

Ganz aktuell erwarten wir eine schnelle Klärung der unbefriedigenden Situation der Absolventen der Bachelorausbildung an der TU Dresden, die den Master für die Grundschule bzw. die Mittelschule erwerben wollen. Die GEW Sachsen unterstützt deshalb die Initiativen der Lehramtsstudierenden an der TU Dresden, die darauf gerichtet sind, auch die Masterausbildung an dieser Universität zu absolvieren.

Insbesondere im Grundschulbereich ist schon jetzt deutlich erkennbar, dass der dringend benötigte Lehrernachwuchs nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. Dieses Problem wird sich durch die Umstellung der Lehramtsstudiengänge in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen, wenn nicht alle Anstrengungen unternommen werden, den jetzt sich auf das Lehramt an Grundschulen vorbereitenden Studierenden so zeitnah wie möglich einen Masterabschluss zu ermöglichen. Die aktuellen Entwicklungen auf dem sogenannten „Lehrerarbeitsmarkt“ und die sich seit langem abzeichnenden Probleme der zukünftigen Lehrernachwuchsgewinnung lösen hier akuten Handlungsbedarf aus.

Bereich Hochschule

und Forschung